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Shorthanded spielen

Ein Bisschen Information über Shorthanded Texas Hold'em

Diese Information ist kein Muster für ein gewinnendes Spiel, sondern eher eine Erklärung von den Faktoren, die aufs Spiel einwirken, wenn Sie nur eine geringe Anzahl Gegenspieler haben. Es erklärt auch, wie das Spiel am Shorthanded-Tisch aussehen kann. Gewinn oder Verlust? Ja, das kommt auf Ihre Fähigkeit an, das Spiel zu lesen und variieren, sowie Ihre Gegenspieler zu wählen. Deswegen sollten Sie vorläufig nicht an No-Limit Tischen spielen. Das können Sie später tun, wenn Sie genug Erfahrungen gesammelt haben.

Dieser Text ist zum größten Teil für Fixed-Limit Hold'em geschrieben, auch wenn er für No-Limit gültig ist. Ich sage es Ihnen nochmals: Diese Seite ist keineswegs eine Garantie für Gewinne. Andererseits bin ich auch ganz sicher, dass die Spekulationen auf dieser Seite nicht nur leeres Gerede ist. Also: Lesen Sie den Text und probieren Sie mal selbst!


Wenn sechs oder weniger Spieler an einemTisch spielen, spricht man von Shorthanded Play. So wie ich Ihnen empfahl, an voll besetzten 10-Tischen Fixed-Limit zu spielen, ist in jener Situation eine ganz falsche Taktik. Bei Shorthanded Play werden Sie mehr oder weniger dazu gezwungen, mehrere Hände zu spielen, um eine gute Chance zum Erfolg am Pokertisch zu haben. Eine Regel: Je weniger Spieler, desto mehr gespielte Hände Ihrerseits. Sie sollten auch erheblich mehr aggressiv spielen.

Dies hängt vor allen Dingen davon ab:

  • dass die Blinds schneller um den Tisch herum "kreiseln". Spielen Sie nicht mit, schlingen sie Ihr Pokerkapital, d.h. das, was Sie in Blindkosten ausgeben, wird nicht von den Händen gedeckt, die Sie bisweilen gewinnen "dicht" (tight) zu spielen.
  • dass Sie weniger Gegenspieler haben, und dadurch wirkt der Zufall auf weniger Spieler ein. Dies reduziert zweifelsohne das Risiko, dass ein einigermaßen hohes Pärchen zusammen mit einer ziemlich guten Kicker Karte, von jemand anderem geschlagen wird. An 10-Tischen ist es leicht einen frechen Spieler, der schlechte Starthände spielt, unterzudrücken. Immer wieder wird er demnach auf hohe Karten oder hohe Pärchen stoßen. An einem Shorthanded Tisch ist das nicht immer so.
  • dass Sie größere Chancen zu einem "blind steal" haben. Die Blinds sind allgemein wertvoller bei Shorthanded Play.
  • dass Leute oft Angst vor einem Spieler haben, der oft erhöht. Mehr Leute als Sie sich denken können, klammern sich bis auf die River-Karte an, ohne Ihren Bluff nach der River-Karte zu halten. "Calling Stations" sind willkommen. Das sind Leute, die oddsmäßig ganz falsch spielen, weil sie sich in ihre hohen Karten verliebt haben. Deswegen halten sie das ganze Spiel durch, ohne mindestens ein Pärchen auf der Hand zu haben.

Hier werden Sie nähere Angaben erhalten, um den obigen Gedankengang zu ergänzen:

Sagen wir mal, dass Sie "Heads up" (1 gegen 1) Fixed-Limit an einem $2/$4-Tisch spielen.

Sie legen "Small Blind" ($1) und Ihr Gegenspieler "Big Blind" ($2).

  • Sie erhöhen vor dem Flop und planen nur weiterzuspielen, wenn der Flop Ihnen etwas bringt. Das bedeutet also, dass Sie $3 legen, um die $3 zu gewinnen, die schon im Pot liegen.
  • Falls Ihr Gegenspieler 50% von den Spielen hält, bedeutet das auf jeden Fall, dass Sie schon einen kleinen Vorteil haben. Sie bestimmen auf die Dauer selbst, ob Sie weitermachen wollen, d.h. vorausgesetzt Sie haben etwas auf der Hand. Sie sollten sofort falten, wenn der Flop Ihnen nichts bringt, nachdem Sie zunächst Ihren Gegenspieler gecheckt haben und er dann gewettet hat.
  • Falls Ihr Gegenspieler weniger als 50% von den Spielen hält, bedeutet das, dass Sie die besten Voraussetzungen haben, einen Gewinn zu erzielen. Dies beruht teils darauf, dass er faltet und Sie den Big Blind übernehmen und teils dass Sie manchmal mehr Hände nach dem Flop gewinnen.
  • Jetzt das extra Angenehme. Falls Ihr Gegenspieler nur beispielsweise 33% von den Spielen hält, bedeutet das, dass Sie zweimal von drei $3 gewinnen und dass Sie $3 das dritte Mal verlieren. Sie machen also im Durchschnitt einen Gewinn von $1 pro gespielte Hand. Fügen Sie auch die weiteren Gewinne hinzu, die Sie machen, wenn Sie eine gute Hand bei dem Flop erhalten und dann weiterspielen.

Das Gegenfeuer in jenen Situationen ist natürlich, was Sie schon ausgerechnet haben, öfter zu halten und zu erhöhen. Dies ist keine Empfehlung sondern ein "Befehl".

Das gewinnende Konzept ist oft zu erhöhen oder zu falten

Wenn nur eine geringe Anzahl Spieler am Spieltisch sitzen und passiv sind, dann sollten Sie lieber erhöhen als nur halten, wenn Sie eine spielbare Hand haben. Auf diese Weise ergreifen Sie die Initiative und Sie können das so ausnützen, Ihre Hände besser zu maskieren, bluffen und, dass jemand Sie hält, wenn Sie mit der bestmöglichen Hand (the nuts) sitzen. Diese Methode eignet sich besonders wohl, wenn Sie in einer Position sitzen, wo Sie die Spieler ausnützen können, die ihre Blinds nicht gut genug verteidigt haben.

Den Tisch auswählen

Aggressiver Stil Passivität ist ein Zeichen für Schwäche, wenn Sie Shorthanded spielen. Deswegen suche ich mir einen Tisch von geringem Flop-% aus, wenn ich selbst Shorthanded aggressiv spielen will. Dies ist gerade das Gegenteil von dem, was ich suche, wenn ich an vollbesetzten Tischen Fixed-Limit spiele.

Man kann selbstverständlich auch Hold'em an diesen Tischen einigermaßen "dicht" (tight) spielen, aber wenn dies ausreichend klappen soll, sollten Sie 5-6 Spieler am Tisch haben und ein hohes Flop-%. Die Regel: "Mehr Hände beim Shorthanded Play zu halten, als an vollbesetzten 10-Tischen" gilt doch immer.

Starthände

Meistens ist es ausreichend, eine ziemlich hohe Karte zu haben, in Kombination mit einer angemessenen Kicker-Karte, um zu erhöhen oder zu halten. Ein Überaggressives Spiel kann sich an gewissen Tischen lohnen, aber Sie können auch eine Menge Geld verlieren, wenn Sie nicht merken, dass Ihre Gegenspieler mit Slowplay angefangen haben oder dass sie ganz einfach nicht zu besiegen sind. Eine Übersicht über Starthände werde ich Ihnen hier nicht zeigen. Die sind von der aktuellen Spiellage am Tisch allzu abhängig. Position   Man kann nicht soviel über Positionsspiel vor dem Flop sagen. Sitzen Sie in einer frühen Position, dann haben Sie die Blinds oft gelegt und können mit mittelmäßigen Händen mitgehen. Sitzen Sie in einer späten Position, dann haben Sie stattdessen den Vorteil, spät in kommenden Runden zu agieren, was oft dazu führt, dass Sie vor dem Flop erhöhen. (Tische mit 5 Spielern)

. und jetzt ein Bisschen Fixed-Limit Odds

Wenn der Flop auf dem Tisch liegt, sehen Sie zu, dass Sie immer etwas auf der Hand haben, wenn Sie jemand nur halten. Eine Karte zu etwas anderem als einem Flush zu ziehen (wo Sie schon mit 4 Karten sitzen) oder zu einer Straße (wo Sie einen offenen Straßenzug haben, z.B. 9-T-J-Q), ist oddsmäßig total falsch, wenn Sie glauben, dass Ihr Gegenspieler eine stärkere Hand hat und wenn Sie sicher sind, dass dieser sich nicht ergeben will.

Wenn Sie mit einem Ass sitzen und einer annehmbaren Kicker-Karte und nichts anderes, meine ich nicht, dass es falsch zu erhöhen ist, weil Sie mit wiederholten Erhöhungen einen Gegenspieler mit einem mittelmäßigen Pärchen zum Ablegen zwingen könnten, was üblicher ist, als dass Sie tatsächlich ein Ass bei der Turn-Karte oder der River-Karte bekommen würden. ... Aber das ist zum großen Teil davon abhängig, wie erschreckend der Flop für Ihren Gegenspieler ist. Außerdem Ihre eigene Überzeugung, dass Ihr Gegenspieler nichts auf der Hand hat, was sich nach dem Flop verbessern könnte. Obgleich Sie zum Showdown kommen und verlieren, kann Ihr Spiel gute Voraussetzungen für kommende Hände geschaffen haben, wo Sie mit etwas wirklich Gutem auf der Hand sitzen. Es ist, wie gesagt, eine Menge Technik/Lesen bei Shorthanded Play im Vergleich mit Longhanded Play. (10 Spieler)

Shorthanded enthält eine Menge Hände, die, nach sehr vielen Erhöhungen zum Showdown gehen, mit einem Ass als höchster Karte und mit einer niedrigen Kicker-Karte. Könnte nützlich sein, zu wissen. (Gegen 6 Spieler oder 3 Spieler zu spielen, ist sehr unterschiedlich. Seien Sie klug!)

Es gibt Krach

Wo Leute sich am meisten zanken und Radau machen, ist vermutlich an den Shorthanded Tischen ;-) Falls Sie ein gewinnendes Shorthanded Play meistern, dann sollten Sie nicht erwarten zu hören, dass Sie ein guter Spieler seien. Gewöhnlicher ist, dass Sie ausgebuht werden und das Ihre Gegenspieler Sie dahin wünschen, wo der Pfeffer wächst. Das müssen Sie nachsehen und einsehen, dass jene Kommentare von Spielern kommen, die Shorthanded Play nicht gepackt haben und dazu noch allzu tight spielen.

Deshalb buchstäblich hassen sie Ihre Erhöhungsnormen mit QTo und sogar schlechteren Händen. Nach dem Flop auf diese Weise zu halten, ist oft unproblematisch, aber dann weiter zu halten ist falsch, insofern Sie nicht etwas Wertvolles bekommen haben.

Zusatz

Hat sich das einfach angehört? Das ist leider nicht der Fall. Die Spieler zu lesen und Gegenspieler zu wählen, ist unglaublich wichtig, um diese Tische zu besiegen, zum Unterschied von niedrigen Fixed-Limit Tischen, wo Sie auf die Dauer fast automatisch Gewinne machen. Sie schaffen das, wenn Sie sehr tight und positionsberuhend spielen (falls viele Spieler nach dem Flop halten und ihre Hände zu weit spielen). Das Rake könnte auch eine Rolle spielen. Kommt der Pot auf ein solches Niveau hinauf, dass es vor dem Flop oder nach dem Flop geraked wird? Die zweite Alternative ist wünschenswert.

Sie sollten sich bewusst sein, dass Ihr Pokerkapital (bank roll) wie ein Pendel schwingen wird, mal auf Minus, mal auf Plus.

Shorthanded Play ist erheblich mehr komplex und schwieriger zu beschreiben als "Longhanded" Limit, und deshalb gibt es nur wenig Information zu diesem Thema zu erhalten.

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